Das Konzept für den Kulturpark steht

Bild: Amt für Grünflächen Wiesbaden, Landwirtschaft und Forsten
Bild: Amt für Grünflächen Wiesbaden, Landwirtschaft und Forsten

Die Stadt Wiesbaden hat ihr Konzept für die Neugestaltung des Kulturparks vorgestellt. Neben Altbekanntem enthält es einige interessante Details.

Die Zukunft des Folklore-Festivals steht derzeit noch in den Sternen. Einige Anwohner jenseits der Bahnlinie fordern ein Ende der Livemusik um 20 Uhr – für ein Open Air-Festival der Todesstoß. Mal schauen was die Gerichte sagen, bei denen die Klage der Anwohner anhängig ist. Dafür gibt es jetzt Klarheit wie der Schlachthof und der Kulturpark künftig aussehen sollen. Gemeinsam mit den Anrainern wie Murnaustiftung, den Akteuren wie Schlachthof und Kreativfabrik, Sprayern, Boulespielern und Skatern sowie den beteiligten Ämtern und Institutionen wie Feuerwehr, Polizei und Stadtverwaltung ein Entwicklungskonzept „Kulturpark Schlachthof“ entwickelt. Große Überraschungen enthält es nicht, hält aber einige interessante Details bereit.

Die Planungen sehen vor, die bisher durch die Hallen getrennten Abschnitte zusammen zu führen. Der Kulturpark wird qualitativ erheblich aufgewertet und lässt, neben den vielen konkreten Angeboten wie Boulespielen, Skaten, Streetball, Bouldern, Graffitikunst und vielem mehr unter Berücksichtigung aller sicherheitstechnischen und baurechtlichen Vorgaben genügend Spielraum für weitere Entwicklungen. Die Umsetzung soll bauabschnittsweise in den nächsten Jahren erfolgen, beginnend mit dem Bereich rund um den Wasserturm. „Es ist mit dem nun vorliegenden Entwurf gelungen, ein schlüssiges Konzept zu entwickeln, das eine große Vielfalt künftiger Freiraumnutzungen vereint“, erklärte dazu Grünflächendezernentin Birgit Zeimetz. Auslöser für das Konzept war der Neubau der Schlachthofhalle, da die alte nicht den statischen Erfordernissen nicht mehr entsprach.

Der neue Schlachthof

Die neue Halle ist im November 2012 eröffnet worden. Neben dem Veranstaltungsraum, der rund 2.000 Menschen fast, Backstageräumen und Werkstätten haben im ersten Stock des Gebäudes auch die Proberäume Platz gefunden, die sich vorher über der Räucherkammer befanden. Die Räucherkammer wurde brandschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht und wird seit Mai wieder für Konzerte und Discos genutzt. Nächstes Jahr soll sie in den Wasserturm umziehen. Dieser wird derzeit saniert. Ab nächstes Jahr sollen sich dort neben einem Veranstaltungsraum in der Größe der heutigen Räucherkammer, die Büroräume des Schlachthofs, das 60/40 samt Biergarten sowie eine öffentliche Toilette wiederfinden. Die angrenzenden Rasenflächen sollen in eine Bewirtungs- sowie Spielflächen umgewandelt werden, die von Bäumen gesäumt werden. Soweit, so gut. Der erste Bauabschnitt dürfte wahrscheinlich bekannt sein.

Bild: Amt für Grünflächen Wiesbaden, Landwirtschaft und Forsten
Bild: Amt für Grünflächen Wiesbaden, Landwirtschaft und Forsten

 Bauabschnitt 2: Umgestaltung des Parks

Interessanter wird es in Bauabschnitt 2, der 2015 starten soll. Dieser sieht die Umgestaltung der schon jetzt genutzten Grünfläche zwischen Schlachthof und Hauptbahnhof sowie der Grünfläche vor, die sich hinter der alten Schlachthofhalle bis zum Kreisel erstreckt. Dieser sieht unter anderem vor, dass die Fassade der Vorderseite der alten Halle, also wo sich früher der Haupteingang befand, erhalten bleibt. Sie soll nach den Plänen des Grünflächenamts als Durchfahrt für einen Parkplatz dienen. Außerdem soll aus dem jetzigen Biergarten eine Boulefläche werden und hinter einem Teil der Fassade soll ein Streetballfeld entstehen.

Soundstelen

Interessant ist auch das Konzept der Soundstelen. In diese sind Lautsprecher integriert, deren Lautstärke fest reguliert werden können, also nur eine Maximallautstärke zulassen, die wahrscheinlich die Anwohner nicht stören soll. Die Stelen sollen über eine drahtlose Verbindung mit dem Handy ansteuerbar sein. Damit will die Stadt verhindern, dass die Parkbesucher eigene Abspielgeräte mitbringen. Die Stelen sollen im vorderen und hinteren Bereich des Parks installiert werden (siehe Karte). Allerdings habe ich Zweifel, ob die Stelen wirklich so genutzt werden wie die Stadt das vorsieht. Werden die Jugendliche wirklich nur an den beiden vorgesehenen Stellen bereit sein Musik zu hören? Oder werden sie dennoch ihre Ghettoblaster mitbringen? Und wie langlebig werden die Soundstelen sein?

Elektrogrills

Ein weiterer interessanter Punkt des Entwicklungskonzepts sind die vorgesehenen Grillstationen. Bei diesen soll es sich um festinstallierte Elektrogrills, die sich nach Geldeinwurf für eine bestimmte Zeit erwärmen. Diese Grills nach „australischem Prinzip“ sollen leicht zu reinigen und „sehr vandalismussicher“ sein. Das Mitbringen eigener Grills soll demnach nicht mehr nötig sein. Ich bin gespannt, ob die Grillstationen wirklich so vandalismussicher und leicht zu reinigen sind, wie sich die Stadt erhofft. Zu wünschen wäre es. Derzeit sind drei Stellen vorgesehen, an denen die Grillstationen aufgestellt werden sollen.

Graffitiwände

Auch für die Graffitikünstler hat sich die Stadt etwas ausgedacht. Im hinteren Teil des Parks sollen in der Nähe der Bahngleise spezielle Graffitiwände aufgestellt werden, die von beiden Seiten besprüht werden können. Sie sollen zudem beleuchtet werden, damit sie auch von den anreisenden Bahnpassagieren gesehen werden können. Damit die Grünflächen nicht als Parkplatz missbraucht werden können, soll eine sogenannte Sitzblockaufkantung verhindern. Das Deportationsmahnmal bleibt von den all den Umbaumaßnahmen verschont, es soll auch weiterhin von allen Seiten einsehbar bleiben.

Fazit

Wie gesagt, vieles aus dem Konzept ist nicht wirklich überraschend, aber vor allem die Idee mit den Soundstelen und den Grillstationen finde ich klasse – auch wenn ich noch einige Zweifel habe, wie langlebig diese sein werden. Ich bin jedenfalls gespannt auf den Kulturpark. Wenn das Konzept wirklich so umgesetzt wird, kann dort ein cooler Platz entstehen.

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