DER HUI BUH FANCLUB SCHWÄBISCH-GMÜND

„Du darfst alles, Du darfst Dich nur nicht erwischen lassen“, lautet das elfte Gebot. Deshalb sind Geheimbünde auch geheim, damit niemand erfährt, wer Mitglied ist. Die Mitglieder des Ku-Klux-Klans tragen deshalb ihre weißen Gewänder und Kapuzen. Die Öffentlichkeit soll nicht erfahren, wer hier für die „Erhaltung der weißen Rasse“  kämpft und zumindest in der Vergangenheit auch vor Mord nicht zurückgeschreckte, um dieses Ziel zu erreichen.

Wird man doch erwischt, sollte man wenigstens eine gute Ausrede parat haben, die das Geschehene in ein besseres Licht rückt. Beides scheint man auf deutschen Polizistenschulen nicht zu lehren. Und auch ein Mindestmaß an Allgemeinbildung scheint dort nicht auf dem Lehrplan zu stehen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die beiden schwäbischen Polizisten, die von 2001 bis 2002 Mitglied bei einem deutschen Ableger des Ku-Klux-Klans waren, zu Protokoll gaben, „sie hätten nicht geahnt, dass der Geheimbund rassistisch und voller Neonazis sei.“

Hallo? Geht’s noch? Wer soll denn sonst unter den weißen Kapuzen stecken? Der Hui-Buh-Fanclub Schwäbisch-Gmünd? Einer der beiden wurde sogar zum Ritter der White-Power-Idioten geschlagen und hat das mit einem Tropfen Blut besiegelt. Ganz ohne feierliche Floskeln vom Endsieg der weißen Rasse? Aber es war ja nur eine kurzzeitige Fehlorientierung, der die beiden Polizisten zum Opfer fielen. Genauso fehlorientiert sprach die Polizei jahrelang von „Döner-Morden“ statt von einer rechtsradikalen Killerbande.

Ach ja, beide Polizisten sind immer noch im Dienst. Ist ja auch nicht so schlimm, dass sie erst ihren Eid auf das Grundgesetz ablegen und dann Mitglied einer Organisation waren, die genau dieses abschaffen will. Sie waren ja nur kurzzeitig fehlorientiert.

Wundert sich da wirklich noch jemand, dass es heißt, die Polizei sei auf dem rechten Auge blind? Ich jedenfalls nicht.

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