FALK FATAL gibt die Hoffnung nicht auf

FalkFatal-260x312Deutschland wird seit Anfang des Jahres von einer Welle der Gewalt überrollt. Häuser werden abgefackelt, wehrlose Menschen werden attackiert. Mehr als 200 Anschläge sind bislang gezählt worden. Bestünde der Verdacht, dass Islamisten dahinter stecken – Politik, Medien und Sicherheitsorgane würden von Terrorismus sprechen. Die Innenminister von Bund und Ländern würden sich mit abstrusen Gesetzesinitiativen überbieten, die die innere Sicherheit verbessern sollen. Wahrscheinlich würde mittlerweile die Bundeswehr durch die Straßen patrouillieren.

Es handelt sich aber nicht um islamistischen Terror, sondern nur um den „Protest besorgter Bürger“, denen es nicht mehr reicht nur keifend vor Flüchtlingsheimen zu stehen und die ihren Worten Taten folgen lassen wollen. Ein mediales Gepolter seitens der Politik bleibt aber – bis auf wenige Ausnahmen – aus. Zumindest ist es bei Weitem nicht so laut, wie wenn islamistische Terroristen am Werk wären. Gewalt gegen Flüchtlinge scheint auf der politischen Agenda keine große Rolle einzunehmen. Stattdessen scheint die bevorzugte Lösung so auszusehen, das man einfach weiter das Asylrecht aus höhlt und sich das Problem so irgendwann von selbst erledigen wird.

Würde man aktiv dagegen angehen, müsste auch die eigene Politik kritisch hinterfragt werden, die zum Beispiel dafür sorgte, das während der Amtszeit der ehemaligen Bundesinnenministerin Kristina Schröder, Initiativen gegen Rechts nur staatliche Gelder bekamen, wenn sie die sogenannte Extremismusklausel unterzeichneten – was viele ablehnten. Man könnte auch fragen, warum die Ermittlungsbehörden bei den NSU-Morden jahrelang einen rechtsradikalen Hintergrund nicht einmal in Erwägung zogen.

Erinnert sich noch jemand an Uwe-Karsten Haye? Der ehemalige Regierungssprecher Gerhard Schröders hatte 2006 im Vorfeld der Fußball-WM ausländische Fans vor einem Besuch in bestimmten Regionen Ostdeutschlands gewarnt. Dort könne aufgrund von Ausländerfeindlichkeit nicht für ihre Sicherheit garantiert werden. Was danach auf ihn einprasselte, würde man heute als Shitstorm bezeichnen. Die WM verlief ohne größere Zwischenfälle. Hinterher sprach man vom Sommermärchen. Aber das ist immer noch ein Märchen – eine Geschichte, die nicht der Wahrheit entspricht, wie sich aktuell zeigt. Deutschland hat ein Rassismusproblem. Es wird Zeit, dass endlich zur Kenntnis zu nehmen und dagegen anzugehen. Es wird Zeit, dass wir alle, denen die Biedermeier und Brandstifter ein Dorn im Auge sind, uns lautstark zur Wehr setzen.

Gut, dass es auch positive Beispiele gibt. Menschen und Initiativen, die ehrenamtlich helfen, Flüchtlingen die Ankunft in Deutschland zu erleichtern, wie in dieser Ausgabe zu lesen ist. Das macht Hoffnung, dass irgendwann doch die Weltoffenheit einzieht, die in Sonntagsreden sonst so gerne beschworen wird.

Zuerst erschienen im Sensor Wiesbaden

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