FALK FATAL irrt durch den Wahlkampfschilderwald

FalkFatal-260x312Wi gut für die Kampa der SPD Wiesbaden, dass sie in Wiesbaden beheimatet ist. Was wi eine Binse klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als glückliche Fügung. Wäre sie zum Beispiel in Mainz beheimatet, stünden die Wahlkampfstrategen vor erheblichen kreativen Hürden. Wortspiele mit dem städtischen Kennzeichen oder den ersten beiden Buchstaben im Stadtnamen, würden dann nicht mehr funktionieren. “Wie es weitergeht? Mzgrmpf” oder “Wie es weitergeht? Ma gucken” wären wohl wenig dazu angetan, Wahlvolk anzusprechen. Wi gut also, das die Wiesbadener SPD in Wi beheimatet ist. Da kann man zur Antwort auf die Frage, “Wi es weitergeht?”, locker-flockig sympathische Adjektive wie menschlich oder sozial als Antwort aneinanderreihen.

Deutlich mehr Testosteron war wohl im Spiel, als die CDU ihre Wahlkampfslogans festlegte.

Anders kann ich mir den Slogan “Stärke zeigen” nicht erklären. Einer der Strategen wird noch gefragt haben: “Wobei sollen wir Stärke zeigen?” Die Antwort war: “Bei allem.” Und so kam es dann, dass man sich jetzt beim Flanieren durch die Straßen über famose Slogans wie “Sicherheit schaffen. Stärke zeigen”, “Generationen verbinden. Stärke zeigen” oder “Butter essen. Stärke zeigen” freuen kann. Doch spätestens seit dem Dschungelcamp weiß man doch, dass nicht der stärkste Kandidat mit dem höchsten Testosteronspiegel gewinnt, sondern derjenige, der Schwächen zeigt und zu seinen Gefühlen steht. Immerhin liegt die CDU damit thematisch nahe bei den Freien Wählern, die sich auch „Sicherheit und Sauberkeit“ wünschen. Doch ganz sicher sind sie nicht, ob das zu schaffen ist. Sie halten das nur für machbar.

Ohne jeden Zweifel an ihren Slogans stürzt sich die Wiesbadener FDP in den Wahlkampf. Mag das Guido-Mobil eingemottet worden sein, Reste der einstigen Spaßpartei sind immer noch lebendig. Ganz gaga fordert man “Mehr Parkplätze”? Warum nicht gleich “Freibier für alle”? Davon hätten wenigstens auch die Radfahrer etwas. Noch besser ist Norman Gablers Forderung: “Moderne Schulen statt Windräder”. Als ob sich das widersprechen würde. Saubere Energie für Wiesbaden und moderne Schulen sind doch beide erstrebenswert. Richtig gaga wird das Plakat aber durch die Arbeitshandschuhe, die einen Laptop halten. “Wir packen es an” soll das wohl symbolisieren. Blöd nur, dass man den Handschuhen ansieht, das die noch nie etwas angepackt haben. Dafür versöhnen mich die Liberalen mit ihrem Slogan “Mittelstand: ja. Stillstand: nein.” Da muss ich immer an Roberto Blancos Alltime-Hit “Samba si, Arbeit no” denken. Aber eines muss man den Liberalen zu Gute halten: Sie haben die Zunge vom Löschpapier gelassen. Anders die Unabhängigen. Die sehen nur bunt.

Sympathisch kommen die Linken daher. Die wollen “Reichtum besteuern. Armut bekämpfen. Zukunft finanzieren. Flüchtlingen helfen. Kriege beenden. Rassisten stoppen.” Sehr gerne. Die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung wird es schon richten.

Deshalb: Am 6. März ist Kommunalwahl. Wir sehen uns im Wahllokal.

plakate

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