FALK FATAL KÄMPFT SICH DURCH DEN ZAHLENSALAT

FalkFatal-260x3127.000! In Worten: siebentausend. So viel Menschen leben weniger in Wiesbaden als gedacht. Statt 277.000 Menschen leben nur noch 269.121 Personen in der hessischen Landeshauptstadt. Relativ gesehen, bedeutet das einen Bevölkerungsschwund von 2,9 Prozent. Doch keine Angst, die Menschen sind nicht weggezogen, verstorben oder sonst irgendwie verlustigt gegangen. Sie haben nie existiert. Sie waren Karteileichen, wie die Stadt Wiesbaden mitteilt. Das ist eines der Resultate der großen Volkszählung, die vor zwei Jahren stattfand und sich Zensus 2011 nennt.

Aber nicht nur die reine Bevölkerungszahl ist erhoben worden, es wurden auch sogenannte soziodemografische Daten gesammelt. So werden Bevölkerungsmerkmale wie Alter, Geschlecht, Religion oder Bildung genannt. Die Statistiker gingen dafür nicht einfach von Tür zu Tür und haben die Namen auf den Klingelschildern gezählt. Nein, hier handelte es sich um einen registergestützten Zensus, bei dem auch Daten vorhandener Verwaltungsregister genutzt und mit verschiedenen Stichprobenerhebungen verknüpft wurden. Man hätte wahrscheinlich auch die Facebook-Profile der Wiesbadener auswerten können und wäre auf ähnliche Ergebnisse gekommen, aber nun gut.

Doch zurück zu den Zahlen. Zum Beispiel gab es 2011 exakt 142.536 Wohnungen in Wiesbaden, von denen 4.432 leer standen. Wie viele davon von einem Makler vermittelt werden, wurde leider nicht gefragt. Ich tippe auf rund 4.400. Um die restlichen 32 Wohnungen kloppen sich dann die Wohnungssuchenden.

Dafür gibt es in Darmstadt mehr selbstgenutztes Wohneigentum als in Wiesbaden. Wer hätte das gedacht. Aber das liegt wahrscheinlich nur daran, dass die Besitzer in Wiesbaden ihre Buden von einem Makler vermieten lassen. Übrigens ist die Durchschnittswohnfläche in Wiesbaden 81,1 Quadratmeter groß. Wohnt ihr überdurchschnittlich? Ich nicht. Ist trotzdem eine schöne Wohnung.

Doch nicht nur die Volkszählung bringt schöne Zahlen hervor. Auch das BKA veröffentlichte neulich einen riesigen Datenberg. So sind laut der jüngst veröffentlichten Kriminalstatistik in Wiesbaden 23.118 Verbrechen begangen worden. Damit ist die Landeshauptstadt relativ gesehen die sicherste Großstadt Hessens und die drittsicherste in Deutschland! Jubel! Tusch und Juchhee! Und das, obwohl laut Stadt Wiesbaden der Bahnhofsvorplatz der einzige öffentliche Platz ist, der hier kameraüberwacht ist.

Aber das sind nur Zahlen. Sobald irgendwelche Idioten vom Dach mit einem Gewehr herumballern, lesen sich die Kommentare bei Facebook, als sei das hier Johannesburg. Die gefühlte Temperatur stimmt halt nicht immer mit der reellen Temperatur überein. Deshalb gilt noch immer: Die Wahrheit liegt auf der Straße.

Erschienen in Sensor Wiesbaden Juli/August 2013

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