FALK FATAL war spazieren

FalkFatal-260x312Am 19. Januar nahmen rund 10.000 Menschen am „No Pegida Spaziergang“ vom Hauptbahnhof zum Schlossplatz teil und das trotz winterlicher Temperaturen, die etliche Spaziergänger frieren ließ. 10.000 Menschen, die für Offenheit, Toleranz, Demokratie und Solidarität spazierten. 10.000 Menschen, die zeigen wollten, dass in Wiesbaden kein Platz für Hass und Gewalt ist. Der „No Pegida Spaziergang“ war ein kraftvolles, ein eindrucksvolles Zeichen für ein weltoffenes und tolerantes Wiesbaden. Aber der Spaziergang kann nur der Auftakt gewesen sein.

Denn selbst wenn Pegida, Legida und Co. in den vergangenen Wochen rückläufige Teilnehmerzahlen verzeichnet haben, heißt das nicht, dass die Einstellungen und Wahrnehmungen, die die Menschen auf die Straße getrieben haben, plötzlich verschwunden sind. Die sind immer noch da. Dafür reicht der Blick in die Kommentarpalten vieler Onlinemedien oder in den sozialen Netzwerken.

Die abschließende Kundgebung des „No Pegida Spaziergangs“ war noch nicht ganz zu Ende, da versuchten schon die ersten Kommentatoren den Spaziergang und seine Teilnehmer zu diskreditieren. Gewiss, die Kommentare geben kein repräsentatives Bild ab, aber sie zeigen, dass Fremden- und Islamfeindlichkeit, das Skepsis gegenüber Demokratie und Medien, das Gefühl innerhalb dieser Gesellschaft abgehängt worden zu sein, nicht einfach verschwunden sind.

Das belegt auch eine Studie der Universität Leipzig aus dem vergangenen Jahr. Demnach ist erfreulicherweise der Anteil der Deutschen, die ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild haben, klar zurückgegangen. Er liegt jetzt bei 5,6 Prozent. Weniger erfreulich: Immer noch sind 20 Prozent der Bevölkerung ausländerfeindlich eingestellt. Deutlich größer sind die Ressentiments gegenüber Muslimen, Asylsuchenden und Sinti und Roma. Eine ebenfalls aktuelle Studie der Friedrich Ebert Stiftung kommt zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Und selbst in einer Pressemitteilung der Stadt Wiesbaden, in der erste Ergebnisse zur Umfrage „Leben in Wiesbaden“ vorgestellt wurden, ist zu lesen, dass beim Thema Ausländer und Integration von Migranten teilweise „integrationsablehnende, ausländerfeindliche Aussagen“ getätigt worden seien. Es gibt also noch viel zu tun!

Wenn der „No Pegida Spaziergang“ also nicht nur ein Marketingevent für die öffentliche Darstellung der Stadt Wiesbaden gewesen soll, muss der gute Wille weiter in die Tat umgesetzt werden. Das geht nur mit Bildung und Begegnung. Die bisher geäußerte Hilfs- und Spendenbereitschaft vieler Wiesbadener, die den syrischen Flüchtlingen die Ankunft und Integration in Wiesbaden erleichtern wollen, ist da schon einmal ein guter Anfang. Darauf lässt sich aufbauen. Mehr aber auch nicht.

 Erschienen im Sensor Wiesbaden März 2015

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