FALK FATAL wünscht sich eine bessere Diskussionskultur

FalkFatal-260x3122016 war in vielerlei Hinsicht ein schlimmes Jahr mit dem Terroranschlag in Berlin als traurigem Höhepunkt. Es war aber auch das Jahr in dem die Grautöne fast vollständig verschwanden, in dem es angeblich nur schwarz oder weiß gab. Fast egal um welches Thema es ging, sofort bildeten sich zwei Lager heraus, die jeweils für sich die absolute Wahrheit beanspruchten. Sei es die Flüchtlingsfrage, der Krieg in Syrien, der Umgang mit der Terrorgefahr oder der Verkehr in Wiesbaden – moderate Stimmen, die sich um Ausgleich bemühten und den Kompromiss suchten, waren kaum zu vernehmen und wenn, wurden sie meist sofort von einem oder beiden der sich feindlich gegenüberstehenden Lagern niedergebrüllt. Ernsthafte Diskussionen, die sich auf Fakten stützten und nach einer Lösung für die Probleme suchten, waren kaum möglich. Stattdessen wurden sich meist nur Meinungen, die auf unbestimmten Gefühlen beruhen, entgegen geschleudert. Für das friedliche Fortbestehen dieser Gesellschaft ist das bedrohlicher als der Terror des Islamischen Staates.


Wer schuld an dieser Verrohung hat, ist nicht einfach zu beantworten. Zu viele haben ihren Teil zu dieser Entwicklung beigetragen.

Da wären die Medien zu nennen, die mit ihren immer stärkeren Zuspitzungen, ihre eigene Glaubwürdigkeit unterhöhlten. Auch Hetzportale, die gar nicht erst versuchen, die Realität abzubilden, sondern bewusst Propaganda für die eigene Agenda machen, dürfen in dieser Aufzählung nicht fehlen. Genauso wenig wie die braunen Hetzer, die mit ihrer Mausrutscherei bewusst das gesellschaftliche Klima zu vergiften versuchen. Da wären aber auch die Leser zu nennen, denen entweder die Medienkompetenz oder die Lust fehlt, Fake News von richtigen Nachrichten zu unterscheiden. Und natürlich die Politik, die es in den vergangenen Jahren versäumt hat, den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel zu moderieren.

Aus diesem Dilemma wieder herauszukommen, wird nicht einfach. Letztendlich liegt es an jedem einzelnen. Wer diskutieren will, sollte auch wissen, das es andere Standpunkte als den eigenen gibt, und nicht jeder, der eine andere Meinung hat, sofort ein Rassist oder Volksverräter ist. Wer diskutieren will, sollte auch wissen, das der Ton die Musik macht. Wen ich versuche, die andere Seite niederzubrüllen, darf ich mich nicht wundern, wenn das Gegenargument in derselben Lautstärke zurückkommt.

In Wiesbaden gibt es dieses Jahr einige Themen, über die sehr emotional diskutiert werden wird, wie zum Beispiel über die Zukunft des Walhallas oder die Stadtbahn. Das wären doch gute Anlässe wieder gepflegter miteinander zu diskutieren. Wenn ich mir aber anschaue, auf welch niedrigem Niveau, das zum Teil weit unter der Gürtellinie lag, kürzlich in den sozialen Netzwerken über die Stadtbahn gestritten wurde, habe ich wenig Hoffnung, das es 2017 besser wird.

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