Soundtrack für den Sommer

Man lernt nie aus: Dass Hildesheim die Heimat einer der erfolgeichsten europäischen Blues-Bands ist, war mir bis vor kurzem unbekannt. Bis zu dem Moment, in dem ich das Bandinfo zu „London Days“, dem neuen Album  von B.B. And the Blues Shacks in den Händen hielt.

Die Band gibt es seit mehr als 20 Jahren, sie spielen jährlich rund 150 Konzerte zwischen Trondheim und Moskau, gelegentliche Ausflüge in die USA inklusive. Dazwischen finden sie jedoch immer wieder Zeit, um an neuen Liedern zu schreiben und so nahmen sie im Dezember 2009 im berühmten ToeRag in London bei Liam Watson ihr neues Album auf.

White Stripes-Produzent hat die Regler bedient

In der Woche bei Watson, Grammy-Gewinner und Produzent von zum Beispiel „Elephant“ von den White Stripes ode den letzten James Hunter-Alben, entstand eine Platte, die wenig mit klassischem Blues zu tun hat. Wer hier eine rauchige-melancholische Stimme und eine Gitarre, die das Blues-Schema bis zum Abwinken herunterbetet, erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Denn davon gibt es wenig zu hören auf „London Days“.

Musikalische Vielfalt statt x-Mal Blues-Schema

Der traditonelle Blues ist hier lediglich das Fundament, auf dem die 15 Stücke jeweils aufbauen und mit einer großen musikalischen Bandbreite aufwarten. Von swingendem 40er-Jahre-Jump-Blues mit Doo-Wop-CHören im Hintergrund, über 60er-Jahre-Soul und Rythm’n’Blues bis zu Chicago-Blues und sogar einer Crooner-Nummer am Schluss, ist hier wirklich alles vertreten. Die Stimme von Sänger Michael Arlt zeigt sich erstaunlich vielseitig, das Gitarrenspiel von seinem Bruder Andreas ist gekonnt und überraschend und die Rhythmussektion groovt und swingt, dass es eine Freude ist.

Highlights sind das swingende „My Baby’s alright“, die Doo-Wop-Ballade „It hurts so good“, das soulige „Real Gone“ und mit der R&B-NUmmer „Let them talk“ ist B.B. & Blues Shacks ein echter Ohrwurm gelungen.

„London Days“ ist ein Album geworden, dessen swingende Leichtigkeit begeistert und den passenden Soundtrack für die nächsten Sommermonate bietet.

„London Days“ ist am 2. Juli erschienen.

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