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FALK FATAL steht auf Details

Ich liebe Details. Sehr sogar. Dafür ernte ich von meinen Kumpels oft ein Stirnrunzeln. Besonders dann, wenn wir abends an der Theke unseres Vertrauens sitzen und ich nach dem vierten Äppler als Erwiderung auf den Zuruf: „Falk, Du bist blau!“, antworte: „Ja, aber nur pastellblau.“ Ich mag es halt gerne genau.

Details geben einer Geschichte – egal, ob Tatsachenbericht oder der Phantasie entsprungen – die nötige Würze. Ich kann die Geschichte ohne Details weitererzählen. Dann geht sie so: Nach dem vierten Äppler wurde mir schlecht und ich ging nach Hause. Oder ich erzähle sie mit Details. Dann könnte sie so lauten: Nach dem vierten Äppler traten erst einige feuerrote Flecken auf, die sich dann langsam über die restlichen Gesichtspartien ausbreiteten bis irgendwann mein Gesicht aussah wie eine Tomate kurz vorm Platzen. Nach dem fünften Äppler wich das Feuerrot einem leuchtgrünen Teint, der sich schnell in ein pastelltürkis verwandelte. Als ich anschließend von der Toilette wiederkam, hatte mein Gesicht den Farbton ungebleichten Recyclingpapiers. Danach schlappte ich mit hängendem Kopf nach Hause. Das ist zwar ein bisschen eklig, kommt der Wahrheit aber sehr nahe. Will heißen: Details helfen, die Realität besser zu verstehen.

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FALK FATAL hält inne

FalkFatal-260x312Die Stadt ist im Wandel. Permanent. Wer schon ein paar Jahre in Wiesbaden lebt, weiß das. Der Schlachthof, der zurzeit sein 20-jähriges Bestehen feiert, ist das beste Beispiel. Als ich Mitte der 1990er Jahre das erste Mal den Schlachthof besuchte, war das Gebäude eines von vielen ehemaligen Lagerhallen. Das komplette Gelände war eine Wüste aus Beton. Der Gedanke, dass dort einmal eine der größten innerstädtischen Grünflächen zum Abhängen für die Jugend entstehen wird, war damals so fern, wie der FC St. Pauli von der deutschen Meisterschaft.

Im Frühjahr wird der Schlachthof sein altes Gebäude endgültig verlassen. Die Musik spielt dann ein paar Meter weiter in der neuen Halle und im Kesselhaus am Wasserturm. Dann erinnert nur noch eine Fassade der alten Halle daran, wie es dort einmal ungefähr ausgesehen hat. Auch wenn die Kritik am Neubau anfangs groß war, wird niemand ernsthaft bestreiten wollen, dass der Kulturpark mit dem neuen Schlachthof ein Zugewinn für Wiesbaden ist. Weiterlesen

FALK FATAL blickt in die Zukunft

FalkFatal-260x3122014! Alles auf Null. Format C und dann Reboot. Das wird gut! Neulich war ich bei einer Wahrsagerin, sie blickte in ihre Kristallkugel und was sie mir verriet, verheißt Großes! 2014 wird rocken.

Das Folklore Festival wird wieder stattfinden. Noch größer, noch schöner, noch toller! Der Ärger mit den Anwohnern wird der Vergangenheit angehören. Der Schlachthof wird eine gigantische Lärmschutzwand bauen, die sich vom Wasserturm bis ans Ende des Murnauparks erstreckt. Und diese Mauer wird hoch. Sehr hoch sogar. Mindestens zwanzig Meter wird sie in die Lüfte ragen und dafür sorgen, dass sich das Rattern der ein- und ausfahrenden Züge nicht mit dem Höllenlärm mischen wird, der sonst von Künstlern wie Thees Ulmann, Deichkind oder Tocotronic über die Bahngleise zu den Anwohnern an der Biebricher Allee hinüber weht. Und nicht nur das. Es gibt wieder eine Mauer. Und die steht nicht in Berlin, sondern in der hessischen Landeshauptstadt. Das wird die Touristen in Heerscharen nach Wiesbaden locken. Einziger Wermutstropfen: David Hasselhoff bekommt Stadtverbot. Denn wo der singt, fallen bekanntlich die Mauern. Aber wer braucht schon den Wind of Change? Weiterlesen

FALK FATAL besucht die Jugend

FalkFatal-260x312Der Kicker war ne Wucht. Das Holz von Aufklebern übersäht, die Griffstangen klemmten und die Spieler waren mit Edding verschmiert. Ganz zu schweigen von dem einstmal grünen Spielfeld. Das war von schwarzer Aschekruste überzogen. Unzählige Bierpfützen und Kippenasche hatten ihre Spuren hinterlassen. Kein Ball rollte so, wie er normal gelaufen wäre. Manchmal nahm er eine unerwartete Wendung, manchmal verendete er mitten auf dem Feld. Dieser Tisch war nur etwas für Menschen, die sonst keinen anderen Kicker kannten. Das merkten besonders die Profispieler mit ihren extra griffigen Handschuhen, die versuchten, unserem angetrunkenen Haufen eine Lektion zu erteilen und dabei regelmäßig ihr Cordoba erlebten.

Genauso heruntergekommen war der Gewöblekeller in dem der Kicker stand. Der Putz bröckelte von den Wänden. Das Licht war schummrig. Die Luft rauchverhangen. Das Flaschenbier wurde über ein Brett gereicht, dass zwischen zwei Pfeilern montiert war. Und immerzu dröhnte Heavy Metal in einer Lautstärke aus den Boxen, die eine gepflegte Unterhaltung über den tendenziellen Fall der Profitrate oder die jüngste Schutzschwalbe Andy Möllers unmöglich machte. Das war aber nicht schlimm. Wir hatten anderes im Sinn als gepflegt zu parlieren. So war das vor 15, 16 Jahren im Gnoom in Rüdesheim. Dem einzigen Zufluchtsort für alle jugendlichen Schluckspechte, die auch nach 24 Uhr noch irgendwo trinken wollten in einer Umgebung, in der nicht Dr.Alban, Whigfield oder 2Unlimited lief. Dafür nahm man auch Heavy Metal in Kauf. Weiterlesen

LESUNGEN MIT ALEX GRÄBELDINGER, MIKA RECKINNEN & FALK FATAL

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Das kommende Wochenende verspricht ein Heidenspaß zu werden, denn Alex GräbeldingerMika Reckinnen und ich sind unterwegs im Auftrag der Literatur und werden ein wenig Kultur nach Kaiserslautern und Mannheim bringen. Wer das nicht verpassen will, sollte sich am Freitag im Clearing Barrel in Kaiserslautern einfinden und am Samstag im Café Blau in Mannheim. Weiterlesen

FALK FATAL ZIEHT UM

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Ich hasse umziehen. Ich hasse es mit jeder Faser meines Körpers. Nicht, dass ich keine Veränderungen mag. Neue Wohnung, neues Viertel, neuer Lebensabschnitt. Toll. Da kann ich gut mit. Doch bis man soweit ist, dass man die richtige Stelle für das Colt Seavers-Poster suchen, die Schallplatten fein säuberlich nach Erscheinungsjahr im Regal sortieren und sich nach getaner Arbeit im Ohrensessel vor dem Kamin bei einem Glas Cognac niederlassen kann – bis man soweit ist, vergeht ein erbarmungsloser Kampf. Weiterlesen