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FALK FATAL schätzt den Kompromiss

Der menschliche Körper ist manchmal ein marodes Miststück. Zumindest in meinem Fall war er das. Gebeutelt von einer fiesen Erkältung lag ich eine Woche lang flach. Leider genau in der Woche, in welcher der Visionäre Frühschoppen stattfand, bei dem das alternative Konzept für das Walhalla vorgestellt und diskutiert wurde. Das hat mich sehr geärgert, denn ich wäre gerne vor Ort gewesen.

Zum einen natürlich, weil mich interessiert wie es mit dem Walhalla weitergeht. Das ist auch keine unbedeutende Frage, schließlich geht es um die Zukunft eines einzigartigen städtischen Raums. Soll dieser künftig von einem Varietéunternehmen genutzt werden, das ein relativ starres Programm hat, oder von mehreren Kulturunternehmern, die zwar mehr Vielfalt bieten, aber für die Stadt ein größeres Risiko bedeuten, weil mehr Parteien am Tisch sitzen. Keine einfache Entscheidung. Für beide Vorschläge gibt es – je nach Standpunkt – gute Argumente. Weiterlesen

FALK FATAL wünscht sich eine bessere Diskussionskultur

FalkFatal-260x3122016 war in vielerlei Hinsicht ein schlimmes Jahr mit dem Terroranschlag in Berlin als traurigem Höhepunkt. Es war aber auch das Jahr in dem die Grautöne fast vollständig verschwanden, in dem es angeblich nur schwarz oder weiß gab. Fast egal um welches Thema es ging, sofort bildeten sich zwei Lager heraus, die jeweils für sich die absolute Wahrheit beanspruchten. Sei es die Flüchtlingsfrage, der Krieg in Syrien, der Umgang mit der Terrorgefahr oder der Verkehr in Wiesbaden – moderate Stimmen, die sich um Ausgleich bemühten und den Kompromiss suchten, waren kaum zu vernehmen und wenn, wurden sie meist sofort von einem oder beiden der sich feindlich gegenüberstehenden Lagern niedergebrüllt. Ernsthafte Diskussionen, die sich auf Fakten stützten und nach einer Lösung für die Probleme suchten, waren kaum möglich. Stattdessen wurden sich meist nur Meinungen, die auf unbestimmten Gefühlen beruhen, entgegen geschleudert. Für das friedliche Fortbestehen dieser Gesellschaft ist das bedrohlicher als der Terror des Islamischen Staates. Weiterlesen

FALK FATAL wünscht sich was

FalkFatal-260x312Kürzlich stand in der Stadtverordnetenversammlung die Bestandsanalyse zum Verkehrsentwicklungsplan Wiesbaden 2030 auf der Tagesordnung. Das Gutachten kommt erwartungsgemäß zu einem niederschmetternden Ergebnis. Die beauftragten Darmstädter Planungsbüros stellten in ihrer Analyse etwa fest, dass entlang der Hauptrouten durch die Stadt Radwege fehlen. Und die, die es gibt, entsprächen häufig nicht mehr dem Regelwerk. Im Gegensatz dazu habe Wiesbaden mit 500 Autos auf 1.000 Einwohner eine sehr hohe Pkw-Dichte. Hessenweit weise die Stadt zudem den höchsten Anteil an Haushalten mit zwei oder drei Pkws auf. Verkehrslärm und Stickstoffoxid-Emissionen lägen zum Teil über gesetzlichen Grenzwerten und seien damit eine Gefahr für die Gesundheit der Bürger. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass durchgreifende Änderungen des bestehenden Verkehrssystems und des etablierten Mobilitätsverhaltens unerlässlich seien, um die Ziele zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der natürlichen Lebensgrundlagen und der Stabilität des Klimas zu erreichen. So weit, so schlecht. [auch als Podcast] Weiterlesen

FALK FATAL wünscht sich mehr Empirie

FalkFatal-260x312In den sozialen Netzwerken bewege ich mich gerne in lokalen Facebook-Gruppen und lese, was meine Mitmenschen bewegt. In jüngster Zeit frage ich mich allerdings immer öfter, ob ich in der selben Stadt wie viele der Kommentatoren lebe? Kaum postet jemand einen Artikel über einen Überfall oder Körperverletzung in Wiesbaden, liest man Sätze wie: „Hier ist es nicht mehr sicher.“ Oder: „Nach Einbruch der Dunkelheit, traue ich mich nicht mehr auf die Straße.“ Ich frage mich dann immer: Reden die wirklich über Wiesbaden und nicht über Kapstadt oder Caracas?

Sicher, das persönliche Sicherheitsempfinden muss nicht der reellen Sicherheitslage entsprechen. Besonders wenn man selbst Opfer solch einer Straftat war. Ich bin Anfang der 2000er Jahre an der Ecke Schiersteiner Straße/Adelheidstraße von zwei Deutschen zusammengeschlagen worden.Viel schlimmer als die aufgeplatzte Lippe und das ramponierte Nasenbein war das diffuse Bedrohungsgefühl, das ich die nächsten Wochen vor allem abends und nachts hatte. [Jetzt auch hörbar als Audiotrack. Einfach ans Ende des Beitrags scrollen.] Weiterlesen