Schlagwörter: Sensor Magazin

Falk Fatal killt die Musik

FalkFatal-260x312Deutsche Kanzler, Olympiasieger, Oscar- und Bambi-Preisträger – sie alle haben die Rhein-Main-Hallen schon betreten. Die meisten von ihnen häufiger als ich. Ich war in meinem Leben genau zweimal in den Rhein-Main-Hallen. Und keiner der beiden Besuche hatte etwas mit Scooter zu tun. Bei dem legendären Auftritt des Dancefloor-Philosophen (How much is the fish?) hatte ich leider etwas anderes vor.

Mein erster Besuch in den Rhein-Main-Hallen muss Ende der 1980er Jahre gewesen sein. Da besuchte ich mit meinen Eltern die Hafa – die Hauswirtschaftsfachausstellung. Da gab es dann alles, von dem man damals dachte, dass es Hausfrauen glücklich macht. Es gab sicher schon spannendere Familienausflüge, aber dennoch war dies ein einprägsamer. Denn glücklicherweise dachte ein Aussteller, dass auch Leerkassetten zur Hauswirtschaft zählen, und verschenkte selbige als Gratisprobe. Das freute mich sehr. Ich griff so viele ab, wie möglich und begann mit meinem Hometaping, die Musik zu killen. Weiterlesen

FALK FATAL SPIELT KARTEN

FalkFatal-260x312Das Zimmer ist rauchverhangen. Leere Bierflaschen säumen Tisch und Boden. Müde Gesichter starren sich an. Ich brauche keinen Blick auf die Uhr zu werfen, um zu wissen, dass es schon spät ist. Seit Stunden wogt die Schlacht hin und her. Die Verluste auf beiden Seiten sind beträchtlich, der Raumgewinn dagegen ist ziemlich gering – fast wie 1916 in Verdun. Dann geht es plötzlich ganz schnell. Meine Linien brechen zusammen. Ein Land nach dem anderen fällt in die Hände des grausamen Usurpators, der die blauen Armeen befehligt. Meine Rotarmisten sind auf dem Rückzug. Binnen weniger Minuten hat sich das Gleichgewicht des Schreckens in eine drückende Überlegenheit des Bösen gewandelt. Zuletzt fällt Irkutsk.

Die roten Armeen sind geschlagen, vom Spielfeld gefegt. Die blaue Armee hat die Weltherrschaft an sich gerissen. Ich sehe den triumphierenden, irren Blick meines Freundes und höre sein diabolisches Lachen. Die Welt darf sich auf ein grausames Regime einstellen – bis zur nächsten Risikopartie. Weiterlesen

FALK FATAL legt die Füße hoch

fa8a6-falkfatal-260x312In der Nerostraße hat ein neues Café eröffnet. Eigentlich eine Nachricht, die so weltbewegend ist wie die Mitteilung, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist, in Bayern ein CSU-Amigo seinen Schäferhund als Bürohilfe angestellt hat oder dass Bayern München das Festgeldkonto öffnet und einfach für fünf Milliarden Euro die komplette Bundesliga kauft. Warum ich das Café hier trotzdem erwähne? Man bezahlt nicht für seine Getränke, sondern für die Zeit, die man dort verbringt. Weiterlesen

FALK FATAL FREUT SICH AUF DIE NEUE SCHLACHTHOFHALLE

Falkfatal-260x312Bald ist es soweit. Noch ein paar Mal schlafen und dann eröffnet der Schlachthof seine neue Halle. Und dann auch noch mit Frau Doktor, der süßesten Versuchung, seit es Skamusik gibt. Ich freue mich! Aber nicht allen geht es so wie mir. Leider. Viele trauern immer noch der alten Halle nach. 

Ich höre schon jetzt die Kommentare: „Das ist nicht mehr der Schlachthof. Früher hatte der aber mehr Flair.“ Mag sein. Flair hat die alte Halle. Keine Frage. Aber sie ist auch zugig, hat eine schlechte Akustik und für die Menschen, die darin arbeiten mussten, war es zum Teil eine Zumutung. Ich weiß, wovon ich spreche. Einigen von euch habe ich bestimmt schon einmal einen Drink über die Theke gereicht. Warum also nicht Friede, Freude, Eierkuchen und sich freuen, dass in Wiesbaden etwas Neues entsteht und es wieder einen Ort gibt, indem nationale und internationale Topacts sich die Klinke in die Hand geben werden? Weiterlesen

FALK FATAL WIRD UM DEN SCHLAF GEBRACHT

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„Jennifer, Du Schlampe, ich liebe Dich!!!”, brüllt ein junger Typ, schätzungsweise Anfang 20, in sein Handy, als ich aus meinem Schlaf aufschrecke. „Den Hurensohn bringe ich um”, brüllt er weiter. Ich blicke auf die LED-Anzeige meines Radioweckers. 5.13 Uhr leuchtet dort in mattem rot. Den wütenden jungen Mann, der fünf Stockwerke tiefer auf der Straße seine (Ex?-)Freundin zur Sau macht, interessiert das nicht. Dafür einige andere Bewohner des Hauses.

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DER GROSSE TEST: WIESBADEN & SEINE BIERGÄRTEN

Biergarten

Kaiserwetter. Biergartenzeit. Und obwohl Wiesbaden nicht München ist, locken rund um die Landeshauptstadt jede Menge Biergärten. Und jeder hat seinen eigenen Charakter. Kaum lassen sich die ersten Strahlen der Frühlingssonne blicken, werden Tische und Stühle aus dem Lager geholt und der Vorplatz des Schlachthofs in den 60/40-Biergarten verwandelt. Der perfekte Ort, um sich vor Konzert oder Party in Stimmung zu bringen oder einfach  gemütlich ein paar Stunden die Sonne zu genießen, die von allen Seiten auf den Biergarten scheint. Ein großes Plus ist die große und preiswerte Getränkeauswahl.
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FALK FATAL VERFOLGT DIE TRINKERSZENE

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Neulich hatte sich spontaner Besuch zum Essen angekündigt. Es war ein Sonntag. Für mich kein Problem. Mit einem gut gefüllten Kühlschrank lässt sich immer etwas Leckeres kredenzen und so fing ich an die Zwiebeln zu schneiden, das Gemüse zu waschen und das Wasser aufzusetzen. Ein passender Wein musste her. Doch im Weinregal nur gähnende Leere. Also schnell die Treppen runter und rüber zum Kiosk am Platz der Deutschen Einheit.

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FALK FATAL ERKUNDET DAS NIZZA DES NORDENS

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Träumerisch flaniere ich durch die Alleen der Stadt. Am Himmel glänzt das Blau, soweit mein Auge reicht, nur einmal kurz geteilt durch den Kondensstreifen eines Passagierflugzeugs, das friedlich seine Warteschleife über Wiesbaden dreht und in Flörsheim wohl die Menschen in den Wahnsinn treiben wird. Die Sonne lacht und strahlt. Die Knospen knistern, die Winde flüstern, der Lenz ist da, der Lenz ist da. Alle strömen hinaus, ins Freie, in den Kurpark, auf den Kranzplatz, in die Eiscafés und Biergärten der Stadt. Der Frühling ist schön, wie immer. Fast südländisch der Flair, den Wiesbaden in solchen Momenten verströmt. Und während man da so sitzt vor seinem Lieblingscafé, Sonne tankt und sich braten lässt, wie ein gerupftes Hühnchen auf dem Grillspieß, hört man sie dann doch am Nebentisch: die Rede vom „Nizza des Nordens“. Und ich frage mich dann immer: Warum ausgerechnet Nizza? Woher dieser Spitzname?“ Weiterlesen

FALK FATAL WILL NICHT NACH BERLIN

Neulich stand ich an der Theke der Kneipe meines Vertrauens. Neben mir stand ein Mann mittleren Alters, so Anfang 40 war er wohl. Im Laufe des Abends kamen wir ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass mein Gesprächspartner, den wir der Einfachheit halber Herrn K. nennen wollen, erst seit Kurzem in Wiesbaden lebt. Zuletzt wohnte Herr K. in Heilbronn. „Warum ausgerechnet Wiesbaden?“, fragte ich ihn. „Der Liebe wegen“, antwortete er. „Das leuchtet ein“, erwiderte ich, nahm einen Schluck und dachte, das Thema sei damit erledigt. Doch Herr K. legte nach: „Ich habe schon in vielen Städten gelebt. Ich war in Hamburg, in Berlin, in Dortmund, in Stuttgart – überall  dasselbe. Die Menschen finden die eigene Stadt immer am langweiligsten. Nimm Wiesbaden. Ich weiß nicht, was alle hier haben. Jeder sagt mir, Wiesbaden wäre sterbenslangweilig, dabei stimmt das doch gar nicht. Hier ist eine Menge los. Man muss halt einfach genauer hinschauen.“ Weiterlesen